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07. Mai 2017 | AFH

Bundesheer darf nicht ausgehungert werden – System „Cook & Chill“ ist einzustellen

Dieses System mit Zentral- und Finalisierungsküchen kann die permanente Verpflegungsversorgung nicht gewährleisten.

Beispielphoto

Seit mehreren Jahren wird beim Österreichischen Bundesheer auf das System ‚Cook & Chill‘ umgestellt. Die Umstellung auf ‚Cook & Chill‘, eine sogenannte Komponentenverpflegung, erfolgte angeblich aus finanziellen Gründen, ganz sicher aber unter anderen Voraussetzungen. Dieses System mit Zentral- und Finalisierungsküchen kann die permanente Verpflegungsversorgung nicht gewährleisten. Die weiten Strecken, die zurückgelegt werden müssen, und allfällige Verkehrsbehinderungen können die Versorgung nachhaltig gefährden. Abseits dessen werden hunderttausende Kilometern im Jahr zum Transport der Speisen verfahren und lassen neben den Umweltbelastungen die Kosten enorm steigen.  

Bundesheer muss für jeden Einsatz handlungsfähig gemacht werden

Wenn die Bundesregierung das Bundesheer als strategische Handlungsreserve sehe, müsse das Bundesheer für jeden Einsatz und Katastrophenfall handlungsfähig gemacht werden. Das beinhalte auch die Sicherstellung einer permanenten Verpflegungsversorgung. Das System ‚Cook & Chill‘ wird dieser Anforderung nicht gerecht. Es ist somit einzustellen und die Rückkehr zu einer selbstständigen Versorgungsmöglichkeit ist einzuleiten. Wenn Bundesminister Doskozil ernsthaft die Absicht hat, das Bundesheer zur strategischen Handlungsreserve auszubauen, ist es nur logisch, dass Kasernen die Zentren der Versorgung in Notfällen – wie etwa bei einem längeren Stromausfall (‚Black-Out‘) – sein müssen. Und wenn dem so ist, müssen diese auch permanent in der Lage sein, ihre Verpflegung unabhängig und selbstständig zuzubereiten, um die Truppe und in weiterer Folge, wenn möglich und notwendig, auch die Zivilbevölkerung versorgen zu können. Zudem würde jede Einheit ein Feldkochelement benötigen. Die flächendeckende unabhängige Versorgung kann ‚Cook & Chill‘ aber keinesfalls leisten.
Die AUF-AFH ist sich nicht zu gut, diesen Umstand aufzuzeigen. Auf Initiative der AUF-AFH wurde vom Vorsitzenden des Landesverteidigungsausschusses und FPÖ-Wehrsprecher, Reinhard Bösch, eine Anfrage im Parlament eingebracht.

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